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Edelmetalle Fortsetzung

Edelmetalle Fortsetzung

Besonders in turbulenten und krisengeschüttelten Zeiten rücken die Edelmetalle wieder vermehrt ins Bewusstsein der Anleger. Dabei spielt neben dem Inflationsschutz die entscheidende Rolle der Geldcharakter, der vor allem dem Gold und Silber schon seit Jahrtausenden beigemessen wird. Diese Metalle vereinen die wesentlichen Geldfunktionen, wie anerkanntes Tauschmittel und
Wertaufbewahrungsmittel aufgrund ihrer natürlichen Knappheit, in sich. Platin und Palladium sind primär Metalle für industrielle Anwendungen und wurden bisher nie als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel gesehen, weswegen der Geldcharakter so gut wie nicht existiert und Gold und Silber in unserer Betrachtung im Vordergrund stehen werden.

Abgrenzung Geld zu Währung
Eine Währung ist ein vom Staat konzipiertes und per Gesetz ernanntes
Zahlungsmittel. Das kann wie seit 1971 (Auflösung des Goldstandards) ein geschickt bedrucktes Stück Papier sein, solange das Vertrauen der Bevölkerung in dessen Geldcharakter existiert. Zweifelsohne scheint sich dies in Krisenzeiten, in denen man die Geldmenge und die Staatsdefizite fast beliebig aufbläht, immer mehr aufzulösen. Richtigerweise wird die Knappheit und damit die Wertauf-bewahrungsfunktion immer mehr in Frage gestellt.

Gold mit besten Voraussetzungen zum Krisenschutz In der bisherigen Mensch-heitsgeschichte wurden gut 160.000 Tonnen Gold gefördert („above ground“), was lediglich einem Würfel mit 20m Kantenlänge entspricht. Die etwa 400 weltweit aktiven Minen produzieren jährlich knapp 2.500 Tonnen. Das entspricht einer jährlichen Ausweitung des Goldbestandes von knapp 1,6%. Demgegenüber wurden die wichtigen Währungen im hohen einstelligen oder sogar zweistelligen Prozentbereich ausgeweitet. Aktuell vermehren sich die Papierwährungen explosionsartig, um die Finanzkrise einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Die jährliche Minenproduktion ist seit 2001 rückläufig. Vermutlich wurde zu diesem Zeitpunkt „Peak Gold“, d.h. das Fördermaximum, überschritten. Große Vorkommen (ab 5 Mio. Unzen) werden immer seltener entdeckt, und die Industrie schafft es daher nicht mehr, ihre schwindenden Reserven adäquat zu ersetzen. Das Angebot verhält sich sehr unelastisch zur Preisentwicklung, da in der Regel zehn Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion vergehen. Bleibt festzuhalten, dass die Inflation des Goldes (verstanden als Ausweitung der Goldmenge) rückläufig und deutlich niedriger als die Inflation der Geldmenge ist.

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