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Gold: eine Wette gegen unser Finanzsystem

Gold: eine Wette gegen unser Finanzsystem

Gold an sich stellt keinen Wert dar. Was bringt es Ihnen, Gold im Regal zu haben? Auf einem Stuhl können Sie sitzen, am Tisch können Sie essen und mit einem Auto können Sie von A nach B fahren.  Wozu brauchen Sie Gold? Nun, werden die Schlauen unter Ihnen sagen, viele Leitungen auf Platinen bestehen aus Gold. Doch allein dadurch ist die große Nachfrage nach dem Edelmetall nicht zu begründen.

Vielmehr ist an der Nachfrage seitens der Schmuckindustrie gut zu erkennen, wozu das Gold sich wirklich eignet: Es ist etwas, das als schön gesehen wird und das jeder, der es eben nicht hat gerne hätte. Dieses Verlangen, Gold zu besitzen, geht sogar über den Goldschmuck hinaus: Auch Goldbarren und Goldmünzen werden von Anlegern gerne gehortet. Man kann damit zwar nichts anfangen, aber man kann sich sicher sein, dass es immer jemanden geben wird, der das Gold ebenfalls haben möchte. Und dieser jemand wird dann einen marktüblichen Preis dafür zu zahlen bereit sein.

Warum das so ist kann ich Ihnen nicht sagen. Aber es ist schon seit über 4.000 Jahren so. Und es wird meiner Überzeugung nach auch in 4.000 Jahren noch so sein. Gold ist ein Wertaufbewahrungsmittel, das durch sein hohes Alter ein großes Vertrauen in der Bevölkerung weltweit besitzt.

Unser Papiergeld, genannt Euro, hat gerade einmal sieben Jahre auf dem Buckel. Und die D-Mark, die wir zuvor hatten, brachte es auf 54 Jahre. Davor gab es die Reichsmark, die es unter großen Turbulenzen (1923 Hyperinflation) auf 77 Jahre brachte. Und davor gab es Kreuzer, Taler, Heller, Sechser, etc., ein Sammelsurium an Währungen, die sich allesamt nur für kurze Zeitspannen als stabil und verlässlich entpuppten.

Unser heutiges Finanzsystem beruht auf den Vereinbarungen von 1944, die in den letzten Kriegsjahren in Bretton Woods (USA) getroffen wurden. Zuvor wurde der Welthandel in Britischen Pfund abgerechnet, doch die Briten waren in Folge des 2. Weltkrieges nicht mehr in der Lage, den Wert des Pfundes stabil zu halten. Die USA sprangen ein und versprachen, für jeden US-Dollar, der in das Weltfinanzsystem gegeben werde, auch eine entsprechende Menge an Gold vorzuhalten. Für eine Unze wurde ein Preis von 35 US-Dollar festgesetzt.

Diese unglaublich riesigen Mengen von Gold wurden im Fort Knox gebunkert. Gerd Fröbe hat als Goldfinger einmal versucht, das Gold radioaktiv zu verseuchen, doch James Bond konnte die Katastrophe 007 Sekunden vor Explosion der Bombe noch verhindern. Der Film wurde 1964 gedreht.

1971 kamen Zweifel darüber auf, ob denn die USA nicht vielleicht mehr US-Dollar ausgaben, als sie an Goldreserven tatsächlich besaßen. Frankreich forderte das 1944 gemachte Versprechen der USA ein und tausche seine Währungsreserven gegen Gold. Der damalige US-Präsident Nixon kündigte daraufhin die Goldbindung des US-Dollars auf, das sogenannte „Goldfenster“, der bildliche Schalter, an dem jederzeit US-Dollar gegen Gold getauscht werden konnten, wurde geschlossen.

Die Folge können Sie sich leicht vorstellen: Das Vertrauen in den US-Dollar ging verloren, der Goldpreis schoss nach oben. Bis 1980 stieg der Preis für eine Feinunze Gold (31,105 Gramm) von 35 auf 875 US-Dollar je Unze (USD/Oz).

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